KEKSE!

Ich gebe zu: Ich bin ein bekennender Backverweigerer.

Ich bin einfach nicht der Typ dafür, in der Küche inmitten eines wirren Haufens von Butter, Mehl und anderen Zutaten zu stehen, diese irgendwie zusammen zurühren um sie dann schlussendlich in den Tiefen eines heißen Backofen-Schlunds verschwinden zu lasse. Und um dann zu hoffen, dass die Backzeit stimmt.

Nein, ich koche lieber. Beziehungsweise korrekter formulier: Stattdessen. Nicht dass ich große Ambitionen dem Kochen gegenüber hege, geschweige denn auch nur ansatzweise wirkliche Fähigkeiten in mir liegen. Aber es ist einfach … unterhaltsamer. Und ich glaube auch, es greift die Figur weniger an.

Wie auch immer – jahreszeitlich bedingt wurden in den Firmen Präsente an die Mitarbeiter verteilt. Und dieses mal war es… eine BACKMISCHUNG für KEKSE. Sowas! Und bevor das gute Zeug in der Ecke eines Küchschranks vermodert oder aber die Einzelteile bei anderen Kochgelegenheiten geplündert werden, nahm ich den heutigen Feiertag zum Anlass, mich todesmutig in die Backhölle zu werfen.

Wohlgemerkt: Mit einer BACKMISCHUNG. Aber – man wächst ja an seinen Aufgaben.

Zunächst einmal die Ausgangslage bzw. das Ziel: Die Mischung, 2 Eier sowie 90g Butter (warum genau 90? Warum nicht hundert? oder … 70?) sollten vom versierten Küchenkünstler zu einem Teig verrührt werden und, geformt mit glücklichen Händen, als Kugel auf dem Backblech landen.

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Das Verrühren der Zutaten „Eier“ und „Butter“ verlief grundsätzlich auch problemfrei. Aber: Woher weiß MANN wann der Zustand „gut verrührt“ eingetreten ist? Wenn etwas anbrennt – qualmt es. Wenn es versalzen ist – rollt sich die Zunge auf. Aber „gut verrührt“? Ich nahm an, dass, wenn die Masse so vor sich hinschwabt und keine allzu großen Butterteile mehr sichtbar waren, der Zustand „gut verrührt“ eingetreten ist.

Dann wurde die Backmischung hinzugegeben. Schlagartig wurde aus dem „gut verrührten“ Teig eine klebrige Masse, die sich mit bösesten Absichten krakenhaft um die Rührstäbe schlang. Für mich ein Zeichen dass es wohl gut so ist. Sieht man ja bei Zuschauen auch immer so.

Der nächste Schritt war dann die erste Herausforderung: Eigentlich wollte ich den Teig ausrollen und dann mittels weihnachtlich-motivierter Elchform (oder sollte es ein Rentier darstellen?) drollige Figuren ausstechen. Aber auch hier gewahrte der Teig seine heimtückische Angriffskraft und konzentrierte sich darauf, mit möglichst vollster Fläche am Nudelholz hängen zu bleiben (und ja: Ich hatte Mehl zum Einstauben des Holzes verwendet). Nach mehreren kläglichen Versuche, hier eine flache Einheit zu erzielen, brach ich den Versuch ab und begann, deprimiert ob meines gescheiterten Versuchs, kleine Walnuss-große Kugeln zu formen.

Eine Frage: Wie groß ist eigentlich ’ne Walnuss? Denn NACHDEM ich stolz 20 Kugeln geformt und auf Backblech geschmettert hatte, fiel mein Auge auf die Anleitung (Männer lesen NIE Anleitungen. NIE. Und wenn, dann nur den Index): „Die Masse reicht für 30 Kugeln“. Haben die denn kleinere Walnüsse im Backmischland? Habe ich bisher mit strahlenverseuchten GROSS-Wallnüssen gearbeitet? Wird das jetzt überhaupt klappen?

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Etwas skeptisch schaute ich daher dem nun folgenden Brennvorgang im Ofen zu. Lange Zeit blubberten die Teile munter vor sich und verteilten sich Matschfleck-gleich auf dem Blech. Dabei hatte ich doch den geforderten Platz gelassen. Genau wie beschrieben. Was die Flecken aber nicht davon abhielt, gezielt neue Verbindungen einzugeben. Ich hoffte hier inständig auf spätere Sollbruchstellen um die geeinten Kekse voneinander wieder trennen zu können.

Schließlich ertönte der Schlussgong. Und irgendwie hatte ich sie mir brauner vorgestellt. Und auch härter, denn ein „Ich stipp mal den Finger rein“ Test erbrachte ein ziemlich federndes, haptisches Ergebnis. Lag es an der falschen Größe? Waren die Eier oll? Fragen… Fragen.. also wieder rein die Teile.. noch mal fünf Minuten. Und wieder: Es federte mit mässiger Bräune. Die Zweifel wurden stärker… Noch mal für 2 Minuten rein. Als auch jetzt das Ergebnis der Überprüfung sich nicht wesentlich von den vorherigen Tests unterschied, entschied ich mich dass sie wohl so weich gehören. Und entnahm sie endgültig der Hitze.

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Und siehe da: Kaum abgekühlt veränderte sich der Zustand merklich. Der Härte zog ein! Herrlich. Parallel kam auch der Tipp der Freundin diesbezüglich, so dass ich vollends beschließen konnte, dass das wohl so gehört.

Daher dann nur noch an den tatsächlich vorhandenen Sollbruchstellen geteilt, in die Schale gepackt und fürs Auge und Photo mit Puderzucker bestäubt.

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Passt! Ich kann also doch backen… 😉

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